
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 5
27 Darauf ging er hinaus und sah einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! 28 Da verließ er alles, stand auf und folgte ihm. 29 Und Levi gab für ihn ein großes Gastmahl in seinem Haus; eine große Schar von Zöllnern und anderen (Gästen) lag mit ihnen zu Tisch. 30 Da murrten die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten und sagten zu seinen Jüngern: Warum esst und trinkt ihr mit Zöllnern und Sündern? 31 Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. 32 Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Umkehr.
Aber wie liebt Gott die Gerechtigkeit, und David hat nie den Gerechten verlassen gesehen, wenn die Gerechten ausgeschlossen und die Sünder gerufen werden; es sei denn, du verstehst, dass er mit den Gerechten diejenigen meinte, die sich des Gesetzes rühmen (Ps. 11:7, Ps. 37:25) und nicht die Gnade des Evangeliums suchen. Nun wird niemand durch das Gesetz gerechtfertigt, sondern durch die Gnade erlöst. Er ruft also nicht die, die sich selbst gerecht nennen, denn die Anmaßer der Gerechtigkeit werden nicht zur Gnade gerufen. Denn wenn die Gnade aus der Buße kommt, so entsagt der, der die Buße verachtet, sicherlich der Gnade.