
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 5
17 Eines Tages, als er lehrte, saßen auch Pharisäer und Gesetzeslehrer da, die aus allen Orten von Galiläa und Judäa und aus Jerusalem gekommen waren. Und die Kraft des Herrn drängte ihn zum Heilen. 18 Da brachten Männer auf einem Bett einen Menschen, der gelähmt war; sie versuchten, ihn hineinzubringen und vor ihn hinzulegen. 19 Da sie aber wegen der Menge keinen Weg fanden, ihn hineinzubringen, stiegen sie auf das Haus und ließen ihn samt dem Bett durch das Ziegeldach hinunter, gerade vor Jesus hin. 20 Als er ihren Glauben sah, sagte er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben. 21 Da begannen die Schriftgelehrten und Pharisäer sich Gedanken zu machen und sagten: Wer ist das, der solche Lästerungen wagt? Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? 22 Doch Jesus erkannte ihre Gedanken und sagte zu ihnen: Was denkt ihr in eueren Herzen? 23 Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? 24 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben -- sagte er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! 25 Sofort stand er vor ihren Augen auf, nahm (das Bett), worauf er gelegen hatte, und ging heim, Gott preisend. 26 Da gerieten alle vor Staunen außer sich, priesen Gott, wurden von Furcht erfüllt und sagten: Unfassbares haben wir heute gesehen.
Und es gibt keinen Aufschub, die Gesundheit ist da; es ist nur ein Augenblick sowohl der Worte als auch der Heilung. Daher folgt: Und sogleich stand er auf. Aus dieser Tatsache ist offensichtlich, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben; dies sagte er sowohl für sich als auch für uns. Denn er als Gott, der Mensch geworden ist, als Herr des Gesetzes, vergibt Sünden; auch wir sind erwählt, von ihm dieselbe wunderbare Gnade zu empfangen. Denn zu den Jüngern wurde gesagt: Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen. (Joh 20:23.) Wie aber vergibt er nicht selbst Sünden, der anderen die Vollmacht dazu gegeben hat? Doch die Könige und Fürsten der Erde sprechen Mörder frei und befreien sie von ihrer gegenwärtigen Strafe, können aber ihre Verbrechen nicht sühnen.