
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 5
12 Als er sich in einer der Städte aufhielt, war da ein Mann voller Aussatz. Als er Jesus sah, fiel er vor ihm auf das Angesicht nieder und bat ihn: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen. 13 Da streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will; sei rein! Und sofort wich der Aussatz von ihm. 14 Er befahl ihm, es niemand zu sagen, sondern (sagte): Geh, zeig dich dem Priester und bring dein Reinigungsopfer dar, wie Mose vorgeschrieben hat, zum Zeugnis für sie. 15 Aber die Kunde von ihm verbreitete sich immer mehr und große Volksscharen kamen, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. 16 Er aber zog sich in die Einsamkeit zurück und betete.
Indem er auf sein Angesicht niederfiel, zeigte er seine Demut und Bescheidenheit, denn jeder sollte über die Flecken seines Lebens erröten, aber seine Ehrfurcht hielt sein Bekenntnis nicht zurück; er zeigt seine Wunde und bittet um ein Heilmittel, indem er sagt: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. An dem Willen des Herrn zweifelte er, nicht aus Misstrauen gegen seine Barmherzigkeit, sondern gehemmt durch das Bewusstsein seiner eigenen Unwürdigkeit. Doch das Bekenntnis ist voll Hingabe und Glauben, indem es alle Macht in den Willen des Herrn legt.