
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 5
8 Als Simon Petrus dies sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; denn ich bin ein sündiger Mensch! 9 Denn Bestürzung hatte ihn und alle, die mit ihm waren, ergriffen über den Fischfang, den sie gemacht hatten; 10 ebenso (ging es) auch Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die Simons Gefährten waren. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht; von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.
(de Quæst. Ev. lib. ii. c. 2.) Oder Petrus spricht in der Gestalt der Kirche, die voll fleischlicher Menschen ist: Geh weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch. Als ob die Kirche, überfüllt mit fleischlichen Menschen und fast versunken durch ihre Laster, gleichsam die Herrschaft in geistlichen Dingen von sich wirft, worin der Charakter Christi vor allem erstrahlt. Denn nicht mit der Zunge sagen die Menschen den guten Dienern Gottes, sie sollten von ihnen weichen, sondern durch die Äußerung ihrer Taten und Handlungen überreden sie sie wegzugehen, damit sie nicht von den Guten regiert werden. Und doch beeilen sie sich umso eifriger, ihnen Ehren zu erweisen, wie Petrus seine Hochachtung bezeugte, indem er zu den Füßen unseres Herrn niederfiel, aber durch sein Wort: Geh weg von mir.