
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 5
8 Als Simon Petrus dies sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; denn ich bin ein sündiger Mensch! 9 Denn Bestürzung hatte ihn und alle, die mit ihm waren, ergriffen über den Fischfang, den sie gemacht hatten; 10 ebenso (ging es) auch Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die Simons Gefährten waren. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht; von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.
(ubi sup.) Matthäus und Markus berichten hier kurz die Sache und wie es geschah. Lukas erklärt es ausführlicher. Es scheint jedoch folgender Unterschied zu bestehen: Er lässt unseren Herrn nur zu Petrus sagen: Von nun an wirst du Menschen fangen, während jene es als zu den beiden anderen gesprochen überliefern. Aber gewiss könnte es zuerst zu Petrus gesagt worden sein, als er sich über den immensen Fischfang wunderte, wie Lukas andeutet, und später zu beiden, wie die anderen zwei es berichten. Oder wir müssen verstehen, dass das Ereignis so stattfand, wie Lukas berichtet, und dass die anderen damals nicht vom Herrn berufen wurden, sondern Petrus nur vorhergesagt wurde, dass er Menschen fangen solle, nicht dass er nicht mehr zum Fischfang eingesetzt würde; und daher besteht Anlass anzunehmen, dass sie zum Fischfang zurückkehrten, so dass später das geschehen konnte, wovon Matthäus und Markus sprechen. Denn damals wurden die Schiffe nicht ans Land gebracht, als ob sie zurückkehren wollten, sondern sie folgten ihm, als er sie rief oder befahl zu kommen. (Matt. 4:20, Mark 1:18.) Wenn aber nach Johannes Petrus und Andreas ihm nahe am Jordan folgten, wie sagen dann die anderen Evangelisten, dass er sie in Galiläa beim Fischen fand und sie zur Jüngerschaft berief? Es sei denn, wir verstehen, dass sie den Herrn in der Nähe des Jordan nicht so sahen, dass sie sich ihm untrennbar anschlossen, sondern nur wussten, wer er war, und sich über ihn wunderten und zu den Ihren zurückkehrten.