
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 4
22 Alle stimmten ihm bei und staunten über die Worte voll Anmut, die aus seinem Mund kamen, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs? 23 Er erwiderte ihnen: Ihr werdet mir sicher dieses Sprichwort entgegenhalten: Arzt, heile dich selbst! Was wir in Kafarnaum geschehen hörten, tu auch hier in deiner Vaterstadt! 24 Und er fügte hinzu: Amen, ich sage euch: Kein Prophet ist in seiner Vaterstadt willkommen. 25 Wahrhaftig, ich sage euch: Viele Witwen gab es in den Tagen des Elija in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und große Hungersnot über das ganze Land kam. 26 Doch zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, sondern nur zu einer Witwe in Sarepta im Gebiet von Sidon. 27 Ebenso gab es viele Aussätzige in Israel zur Zeit des Propheten Elischa, aber keiner von ihnen wurde rein, sondern nur der Syrer Naaman.
Als ob er sagt: Ihr wünscht, dass ich viele Wunder unter euch wirke, in deren Land ich aufgezogen wurde, aber ich bin mir eines sehr verbreiteten Fehlers in den Herzen vieler bewusst. Bis zu einem gewissen Grad geschieht es immer, dass selbst die besten Dinge verachtet werden, wenn sie einem Menschen zuteilwerden, nicht spärlich, sondern immer nach seinem Willen. So geschieht es auch mit Menschen. Denn ein Freund, der immer zur Hand ist, erhält nicht die ihm gebührende Achtung.