
Gregor der Große
Catena Aurea · Lukasevangelium 3
7 Er sagte zu den Volksscharen, die hinausgekommen waren, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Natternbrut! Wer hat euch gelehrt, ihr könntet dem kommenden Zorn entfliehen? 8 Bringt also Früchte hervor, die der Umkehr entsprechen, und lasst euch nicht einfallen, zu denken: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Aus diesen Steinen da kann Gott dem Abraham Kinder erwecken. 9 Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
(ubi sup.) Er warnt sie, dass sie nicht nur die Früchte der Buße bringen müssen, sondern Früchte, die der Buße würdig sind. Denn wer kein Gesetz übertreten hat, dem ist es erlaubt, das zu nutzen, was erlaubt ist; aber wenn ein Mensch in Sünde gefallen ist, soll er sich so von dem abschneiden, was erlaubt ist, wie er sich erinnert, das Unerlaubte begangen zu haben. Denn die Frucht guter Werke darf nicht gleich sein bei dem Menschen, der weniger gesündigt hat, und dem Menschen, der mehr gesündigt hat, noch bei dem, der in keine Verbrechen gefallen ist, und dem, der in einige gefallen ist. Auf diese Weise ist es dem Gewissen jedes Menschen angepasst, dass sie einen umso größeren Segen auf gute Werke durch Buße suchen, je schwerere Strafen sie sich durch Schuld zugezogen haben.