
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 24
36 Während sie noch darüber redeten, stand er selbst in ihrer Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! 37 Erschrocken und von Furcht ergriffen, meinten sie, einen Geist zu sehen. 38 Da sagte er ihnen: Was seid ihr bestürzt und warum steigen Zweifel in eueren Herzen auf? 39 Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst! Fasst mich doch an und seht! Ein Geist hat doch nicht Fleisch und Bein, wie ihr es an mir seht. 40 Als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Füße.
Betrachten wir also, wie es kommt, dass die Apostel nach Johannes glaubten und sich freuten, nach Lukas aber als ungläubig getadelt werden. Johannes scheint mir, da er ein Apostel war, von größeren und höheren Dingen gehandelt zu haben; Lukas von denen, die sich auf das Menschliche beziehen und ihm nahe stehen. Der eine folgt einem historischen Verlauf, der andere begnügt sich mit einer Zusammenfassung, weil an dem nicht gezweifelt werden konnte, der sein Zeugnis über die Dinge gibt, bei denen er selbst anwesend war. Und daher halten wir beide für wahr. Denn obwohl Lukas zunächst sagt, dass sie nicht glaubten, erklärt er doch, dass sie später glaubten.