
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 24
36 Während sie noch darüber redeten, stand er selbst in ihrer Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! 37 Erschrocken und von Furcht ergriffen, meinten sie, einen Geist zu sehen. 38 Da sagte er ihnen: Was seid ihr bestürzt und warum steigen Zweifel in eueren Herzen auf? 39 Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst! Fasst mich doch an und seht! Ein Geist hat doch nicht Fleisch und Bein, wie ihr es an mir seht. 40 Als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Füße.
(de Con. Ev. l. iii. c. 25.) Diese Erscheinung unseres Herrn nach Seiner Auferstehung berichtet auch Johannes. Wenn aber Johannes sagt, dass der Apostel Thomas nicht bei den übrigen war, während nach Lukas die zwei Jünger bei ihrer Rückkehr nach Jerusalem die Elf versammelt fanden, müssen wir zweifellos verstehen, dass Thomas von ihnen weggegangen war, bevor unser Herr ihnen erschien, als sie diese Dinge redeten. Denn Lukas gibt in seiner Erzählung Anlass zu verstehen, dass Thomas zuerst von ihnen hinausging, als die übrigen diese Dinge sagten, und dass unser Herr danach eintrat. Es sei denn, jemand wollte sagen, dass die Elf nicht die waren, die damals Apostel genannt wurden, sondern dass es elf Jünger aus der großen Zahl der Jünger waren. Da aber Lukas hinzugefügt hat: Und die bei ihnen waren, hat er gewiss hinreichend deutlich gemacht, dass die, welche die Elf genannt wurden, dieselben waren wie die, welche Apostel genannt wurden, mit denen die übrigen waren.