
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 23
38 Es war auch eine Aufschrift über ihm angebracht: Das ist der König der Juden. 39 Einer der gehenkten Übeltäter verhöhnte ihn: Bist du nicht der Messias? Hilf dir selbst und uns! 40 Doch der andere wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott, obwohl dich doch das gleiche Urteil getroffen hat? 41 Uns allerdings mit Recht; denn wir empfangen, was unsere Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. 42 Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst! 43 Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Aber es muss auch erklärt werden, wie die anderen, das heißt Matthäus und Markus, zwei Schächer einführen, die lästern, während Lukas einen lästern und den anderen ihm widerstehen lässt. Vielleicht lästerte dieser andere zuerst, wurde aber plötzlich bekehrt. Es könnte auch von einem die Rede sein, aber im Plural; wie im Hebräerbrief: Sie irrten in Ziegenfellen umher, und sie wurden zersägt; (Hebr 11,37.) während doch nur von Elia berichtet wird, dass er ein Ziegenfell hatte, und von Jesaja, dass er zersägt wurde. Aber mystisch stellen die zwei Schächer die zwei sündigen Völker dar, die mit Christus durch die Taufe gekreuzigt werden sollten, (Röm 6,3.) deren Uneinigkeit ebenfalls den Unterschied der Gläubigen darstellt.