Beda Venerabilis
Catena Aurea · Lukasevangelium 23
26 Als sie ihn hinausführten, griffen sie einen gewissen Simon aus Zyrene auf, der eben vom Feld kam, und luden ihm das Kreuz auf, damit er es Jesus nachtrage. 27 Eine große Volksmenge folgte ihm und viele Frauen, die ihn beweinten und beklagten. 28 Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch selbst und über euere Kinder! 29 Denn es kommen Tage, da wird man sagen: Wohl den Unfruchtbaren und den Leibern, die nicht geboren, und den Brüsten, die nicht gestillt haben! 30 Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Bedeckt uns! 31 Denn wenn man dies am grünen Holz tut, was wird erst am dürren geschehen? 32 Mit ihm wurden auch noch zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt.
Mit diesen Tagen bezeichnet er die Zeit der Belagerung und Gefangenschaft, die von den Römern über sie kommen sollte, von der er zuvor gesagt hatte: Wehe denen, die schwanger sind und stillen in jenen Tagen. Es ist natürlich, dass man, wenn Gefangenschaft durch einen Feind droht, Zuflucht in Festungen oder verborgenen Orten sucht, wo Menschen sich verbergen können. Und so folgt: Dann werden sie anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallt auf uns; und zu den Hügeln: Bedeckt uns. Denn Josephus berichtet, dass, als die Römer hart gegen sie drängten, die Juden eilig die Höhlen der Berge und die Verstecke in den Hügeln suchten. Es kann auch sein, dass die Worte „Selig sind die Unfruchtbaren“ von denen beiderlei Geschlechts zu verstehen sind, die sich selbst um des Himmelreiches willen zu Eunuchen gemacht haben, und dass zu den Bergen und Hügeln gesagt wird: Fallt auf uns und Bedeckt uns, weil alle, die ihrer eigenen Schwäche eingedenk sind, wenn die Krise ihrer Versuchungen über sie hereinbricht, danach streben, durch das Beispiel, die Vorschriften und Gebete bestimmter hoher und heiliger Männer geschützt zu werden.