
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 23
1 Die ganze Versammlung stand auf und man ließ ihn zu Pilatus abführen. 2 Sie brachten ihre Anklagen gegen ihn vor und sagten: Wir haben festgestellt, dass dieser Mann unser Volk aufwiegelt, es davon abhält, dem Kaiser Steuern zu zahlen, und behauptet, er sei der Messias und König. 3 Pilatus fragte ihn: Du bist der König der Juden? Er antwortete ihm: Du sagst es. 4 Da sagte Pilatus zu den Hohenpriestern und zur Menge: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen. 5 Sie aber behaupteten immer heftiger: Er bringt das Volk in Aufruhr, in dem er in ganz Judäa lehrt, von Galiläa bis hierher.
Unser Herr wird angeklagt und schweigt, denn Er bedarf keiner Verteidigung. Mögen die nach Verteidigung suchen, die fürchten, besiegt zu werden. Er bestätigt dann nicht die Anklage durch sein Schweigen, sondern verachtet sie, indem Er sie nicht widerlegt. Warum sollte Er sich fürchten, der nicht auf Sicherheit bedacht ist? Die Sicherheit aller Menschen gibt die eigene preis, damit Er die aller gewinne.