
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 22
63 Die Männer, die Jesus bewachten, verspotteten und schlugen ihn. 64 Sie verhüllten ihn und fragten ihn: Weissage: Wer hat dich geschlagen? 65 Und noch viele andere Schmähungen stießen sie gegen ihn aus. 66 Als es Tag wurde, versammelte sich der Ältestenrat des Volkes, die Hohenpriester und die Schriftgelehrten; sie führten ihn vor ihre Ratsversammlung 67 und sagten: Wenn du der Messias bist, dann sage es uns! Er antwortete ihnen: Wenn ich es euch sage, werdet ihr (mir) nicht glauben; 68 wenn ich aber frage, werdet ihr nicht antworten. 69 Doch von nun an wird der Menschensohn zur Rechten der Macht Gottes sitzen. 70 Da sagten alle: Du bist also der Sohn Gottes? Er antwortete ihnen: Ihr sagt es; ich bin es. 71 Da riefen sie: Was brauchen wir noch Zeugenaussagen? Wir haben es ja selbst aus seinem Mund gehört!
Wann immer von Gott als sitzend und von einem Thron die Rede ist, wird seine königliche und höchste Majestät bezeichnet. Denn wir stellen uns nicht vor, dass ein Richterstuhl aufgestellt wird, auf dem wir glauben, dass der Herr aller Platz nimmt; noch auch, dass auf irgendeine Weise rechte oder linke Hand der göttlichen Natur zukommen; denn Figur, Ort und Sitzen sind Eigenschaften von Körpern. Wie aber soll der Sohn als von gleicher Ehre und mit ihm auf demselben Thron sitzend gesehen werden, wenn Er nicht von Natur aus der Sohn ist und in sich die natürliche Eigenschaft des Vaters hat?