
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 22
47 Während er noch redete, kam eine Schar und einer von den Zwölf namens Judas ging ihnen voran und näherte sich Jesus, um ihn zu küssen. 48 Jesus aber sagte zu ihm: Judas, mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn? 49 Als seine Begleiter sahen, was (ihm) bevorstand, sagten sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? 50 Und einer von ihnen schlug auf den Knecht des Hohenpriesters ein und hieb ihm das rechte Ohr ab. 51 Jesus aber sagte: Lasst ab! Nicht weiter! Und er berührte das Ohr und heilte ihn. 52 Zu den Hohenpriestern aber, den Tempelhauptleuten und Ältesten, die zu ihm herangetreten waren, sagte Jesus: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Knüppeln. 53 Als ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr nicht Hand an mich gelegt. Aber das ist euere Stunde und die Macht der Finsternis.
Womit er nicht die Führer der Juden tadelt, dass sie ihre mörderischen Pläne nicht früher gegen ihn vorbereitet hatten, sondern sie überführt, anmaßend angenommen zu haben, sie hätten ihn gegen seinen Willen angegriffen; als ob er sagt: „Ihr habt mich damals nicht ergriffen, weil ich es nicht wollte, aber ihr könntet es auch jetzt nicht, wenn ich mich nicht freiwillig in eure Hände übergeben hätte.“ Daher folgt: Aber dies ist eure Stunde, das heißt, eine kurze Zeit ist euch erlaubt, eure Rache an mir zu üben, aber der Wille des Vaters stimmt mit dem meinen überein. Er sagt auch, dass diese Macht der Finsternis gegeben ist, d. h. dem Teufel und den Juden, sich gegen Christus zu erheben. Und dann wird hinzugefügt: Und die Macht der Finsternis.