
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 22
35 Er sagte zu ihnen: Als ich euch ohne Beutel und Tasche und Schuhe aussandte, hat es euch da an irgendetwas gemangelt? Sie antworteten: An nichts. 36 Da sagte er zu ihnen: Jetzt aber soll der, der einen Beutel hat, ihn mitnehmen, ebenfalls eine Tasche; und wer kein Schwert hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich dafür eines kaufen. 37 Denn ich sage euch: Dieses Schriftwort muss sich an mir erfüllen: Er wurde zu den Übeltätern gezählt. Denn was mir bestimmt ist, geht jetzt in Erfüllung. 38 Da sagten sie: Herr, hier sind zwei Schwerter. Er erwiderte: Es ist genug!
Oder weil das Gesetz nicht verbietet, einen Schlag zu erwidern, sagt Er vielleicht zu Petrus, als dieser die zwei Schwerter anbietet: Es ist genug, als ob es bis zum Evangelium erlaubt wäre; damit im Gesetz die Erkenntnis der Gerechtigkeit sei, im Evangelium die Vollkommenheit der Güte. Es gibt auch ein geistliches Schwert, damit du dein Erbe verkaufst und das Wort kaufst, durch das die Nacktheit der Seele bekleidet wird. Es gibt auch ein Schwert des Leidens, damit du deinen Leib entblößest und mit den Beutestücken deines geopferten Fleisches dir die heilige Krone des Martyriums erwirbst. Wiederum bewegt es, da die Jünger zwei Schwerter vorlegen, ob vielleicht das eine vom Alten Testament, das andere vom Neuen ist, womit wir gegen die Listen des Teufels bewaffnet werden. Daher sagt der Herr: Es ist genug, weil der nichts brauchte, der durch die Lehre beider Testamente gestärkt ist.