
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 22
35 Er sagte zu ihnen: Als ich euch ohne Beutel und Tasche und Schuhe aussandte, hat es euch da an irgendetwas gemangelt? Sie antworteten: An nichts. 36 Da sagte er zu ihnen: Jetzt aber soll der, der einen Beutel hat, ihn mitnehmen, ebenfalls eine Tasche; und wer kein Schwert hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich dafür eines kaufen. 37 Denn ich sage euch: Dieses Schriftwort muss sich an mir erfüllen: Er wurde zu den Übeltätern gezählt. Denn was mir bestimmt ist, geht jetzt in Erfüllung. 38 Da sagten sie: Herr, hier sind zwei Schwerter. Er erwiderte: Es ist genug!
Oder sonst: Wenn unser Herr sagt: Wer einen Geldbeutel hat, der nehme ihn, ebenso eine Tasche, so richtete Er Seine Rede an Seine Jünger, in Wirklichkeit aber betrachtet Er jeden einzelnen Juden; als ob Er sagt: Wenn ein Jude reich an Mitteln ist, soll er sie zusammenraffen und fliehen. Wenn aber einer, von äußerster Armut bedrückt, sich der Religion zuwendet, soll er auch seinen Mantel verkaufen und ein Schwert kaufen. Denn der schreckliche Angriff des Krieges wird sie überfallen, so dass nichts ausreichen wird, ihm zu widerstehen. Als Nächstes legt Er die Ursache dieser Übel dar, nämlich dass Er die Strafe für die Gottlosen erlitt, gekreuzigt mit Räubern. Und wenn es schließlich dazu gekommen sein wird, wird das Wort der Heilsökonomie sein Ende empfangen. Den Verfolgern aber wird all das widerfahren, was von den Propheten vorhergesagt wurde. Diese Dinge also prophezeite Gott über das, was dem Land der Juden widerfahren sollte, aber die Jünger verstanden nicht die Tiefe Seiner Worte und meinten, sie bedürften der Schwerter gegen den kommenden Angriff des Verräters. Daher folgt: Aber sie sprachen: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter.