
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 22
28 Aber ihr seid es, die in meinen Prüfungen bei mir ausgeharrt haben. 29 Deshalb vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat: 30 Ihr sollt in meinem Reich an meinem Tisch essen und trinken und auf Thronen sitzen, um die zwölf Stämme Israels zu richten.
Das Reich Gottes ist nicht von dieser Welt. Aber es ist nicht Gleichheit mit Gott, sondern Ähnlichkeit mit Ihm, wonach der Mensch streben muss. Denn Christus allein ist das vollkommene Bild Gottes wegen der Einheit der Herrlichkeit Seines Vaters, die in Ihm ausgedrückt ist. Der Gerechte aber ist nach dem Bild Gottes, wenn er um der Nachahmung der Ähnlichkeit des göttlichen Wandels willen durch die Erkenntnis Gottes die Welt verachtet. Daher essen wir auch den Leib und das Blut Christi, damit wir der ewigen Lebens teilhaftig werden. Daher folgt: Damit ihr essen und trinken möget an meinem Tisch in meinem Reich. Denn der uns verheißene Lohn ist nicht Speise und Trank, sondern die Mitteilung der himmlischen Gnade und des Lebens.