
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 22
19 Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach es und gab es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis! 20 Ebenso nahm er nach dem Mahl den Becher: Dieser Becher ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.
(in Luc.) Zweifle nicht, dass dies wahr ist; denn er sagt deutlich: Das ist mein Leib; sondern nimm die Worte deines Erlösers im Glauben an. Denn da er die Wahrheit ist, lügt er nicht. (Ep. ad Calosyr.). a Töricht rasen also jene, die sagen, dass der mystische Segen seine Kraft der Heiligung verliert, wenn Reste bis zum folgenden Tag übrig bleiben. Denn der allerheiligste Leib Christi wird nicht verändert, sondern die Kraft des Segens und die lebensspendende Gnade bleibt immerdar in ihm. (in Luc. ut sup.). Denn die lebensspendende Kraft Gottes des Vaters ist das eingeborene Wort, das Fleisch geworden ist, ohne aufzuhören, das Wort zu sein, sondern das Fleisch lebensspendend macht. Was dann? Da wir das Leben Gottes in uns haben, das Wort Gottes in uns wohnt, wird unser Leib lebensspendend sein? Aber es ist eines, dass wir durch die Gewohnheit der Teilhabe den Sohn Gottes in uns haben, ein anderes, dass er selbst Fleisch geworden ist, das heißt, den Leib, den er von der reinen Jungfrau annahm, zu seinem eigenen Leib gemacht hat. Er muss dann auf gewisse Weise mit unseren Leibern durch seinen heiligen Leib und sein kostbares Blut vereint sein, die wir als lebensspendenden Segen in Brot und Wein empfangen haben. Denn damit wir nicht erschrecken, wenn wir das Fleisch und Blut auf den heiligen Altären sehen, gießt Gott aus Mitleid mit unseren Schwächen die Kraft des Lebens in die Opfergaben, indem er sie in die Wirklichkeit seines eigenen Fleisches verwandelt, damit der Leib des Lebens in uns gefunden werde wie ein gewisser lebensspendender Same. Er fügt hinzu: Tut dies zu meinem Gedächtnis.