
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 21
25 Es werden Zeichen an Sonne, Mond und Sternen eintreten und auf der Erde Angst unter den Völkern und Ratlosigkeit über das Tosen des Meeres und der Wogen. 26 Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen wird; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. 27 Dann werden sie den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen.
(ad Hes. Ep. 199.) Du aber wirst sagen, deine Strafe zwingt dich zu bekennen, dass das Ende jetzt naht, da du die Erfüllung dessen siehst, was vorhergesagt wurde. Denn es ist gewiss, dass es kein Land, keinen Ort in unserer Zeit gibt, der nicht betroffen oder beunruhigt ist. Wenn aber jene Übel, die die Menschheit jetzt leidet, sichere Zeichen dafür sind, dass unser Herr jetzt kommen wird, was bedeutet dann das, was der Apostel sagt: Denn wenn sie sagen werden: Friede und Sicherheit. (1 Thess 5,3.) Lasst uns also sehen, ob es nicht vielleicht besser ist, die Worte der Prophezeiung so zu verstehen, dass sie nicht so erfüllt sind, sondern vielmehr geschehen werden, wenn die Trübsal der ganzen Welt so sein wird, dass sie die Kirche betrifft, die von der ganzen Welt bedrängt wird, nicht die, welche sie bedrängen. Denn jene sind es, die sagen werden: Friede und Sicherheit. Jetzt aber sehen wir, dass diese Übel, die als die größten und maßlosesten gelten, beiden Reichen Christi und des Teufels gemeinsam sind. Denn die Guten und die Bösen werden gleichermaßen von ihnen geplagt, und unter diesen großen Übeln ist der noch allgemeine Hang zu zügellosen Festen. Ist das nicht das Vertrocknen vor Furcht, oder vielmehr das Verbrennen vor Lust?