
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 20
41 Er fragte sie: Wie kann man behaupten, dass der Messias Davids Sohn sei? 42 David selbst sagt ja im Buch der Psalmen: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, 43 bis ich deine Feinde als Schemel für deine Füße hinlege. 44 David also nennt ihn Herr. Wie kann er dann sein Sohn sein?
Sie werden hier nicht getadelt, weil sie Ihn als Sohn Davids anerkennen, denn der Blinde wurde dafür würdig erachtet, geheilt zu werden (Lk 18,42). Und die Kinder, die Hosanna dem Sohn Davids riefen (Mt 21,9), erwiesen Gott die Ehre des höchsten Lobes; aber sie werden getadelt, weil sie nicht glauben, dass Er der Sohn Gottes ist. Daher wird hinzugefügt: Und David selbst sagt im Buch der Psalmen: Der Herr sprach zu meinem Herrn (Ps 110,1). Sowohl der Vater ist Herr als auch der Sohn ist Herr, aber es gibt nicht zwei Herren, sondern einen Herrn, denn der Vater ist im Sohn und der Sohn im Vater. Er selbst sitzt zur Rechten des Vaters, denn Er ist dem Vater gleichwesentlich, keinem untergeordnet; denn es folgt: Setze dich zu meiner Rechten. Er wird nicht durch das Sitzen zur Rechten geehrt, noch wird Er durch das Gesandtwerden erniedrigt. Grade der Würde werden nicht gesucht, wo die Fülle der Gottheit ist.