
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 20
27 Es kamen einige Sadduzäer zu ihm, die leugneten, dass es eine Auferstehung gebe, 28 und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn der verheiratete Bruder eines Mannes stirbt und kinderlos ist, soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. 29 Nun waren da sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau und starb kinderlos. 30 Da nahm sie der zweite 31 und der dritte und ebenso alle sieben; und sie alle starben, ohne Kinder zu hinterlassen. 32 Zuletzt starb auch die Frau. 33 Welchem von ihnen wird die Frau bei der Auferstehung angehören? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. 34 Da sagte Jesus zu ihnen: Die Söhne dieser Welt heiraten und werden verheiratet, 35 die aber gewürdigt sind, an jener Welt und der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht und werden nicht verheiratet. Sie können ja auch nicht mehr sterben; 36 denn sie sind Engeln gleich und Söhne Gottes, weil sie Söhne der Auferstehung sind. 37 Dass aber die Toten auferweckt werden, hat auch Mose bei der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, wo er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. 38 Gott aber ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig. 39 Da sagten einige Schriftgelehrte: Meister, du hast gut gesprochen. 40 Und sie wagten nicht mehr, ihn etwas zu fragen.
Mystisch ist diese Frau die Synagoge, die sieben Männer hatte, wie es zur Samariterin gesagt wird: „Du hast fünf Männer gehabt“ (Joh 4,18), weil die Samariterin nur den fünf Büchern Moses folgt, die Synagoge aber größtenteils sieben. Und von keinem von ihnen hat sie den Samen eines erblichen Nachkommens empfangen, und so kann sie keinen Anteil mit ihren Männern an der Auferstehung haben, weil sie den geistlichen Sinn des Gebots in einen fleischlichen verkehrt. Denn es ist nicht irgendein leiblicher Bruder gemeint, der seinem verstorbenen Bruder Nachkommen erwecken sollte, sondern jener Bruder, der vom toten Volk der Juden die Weisheit des göttlichen Dienstes als Frau für sich beanspruchen und aus ihr Nachkommen in den Aposteln erwecken sollte, die, gleichsam ungeformt im Schoß der Synagoge zurückgelassen, nach der Erwählung der Gnade gewürdigt wurden, durch die Beimischung eines neuen Samens bewahrt zu werden.