Eusebius von Caesarea
Catena Aurea · Lukasevangelium 20
9 Er erzählte dem Volk folgendes Gleichnis: Ein Mann pflanzte einen Weinberg, verpachtete ihn an Winzer und reiste für lange Zeit in die Fremde. 10 Als es an der Zeit war, sandte er einen Knecht zu den Winzern, damit sie ihm (seinen Anteil) von der Frucht des Weinberges geben sollten. Die Winzer aber schlugen ihn und schickten ihn leer fort. 11 Und er sandte nochmals einen anderen Knecht; sie aber schlugen und beschimpften auch den und schickten ihn leer fort. 12 Darauf sandte er einen dritten; sie verwundeten auch den und warfen ihn hinaus. 13 Da sagte der Herr des Weinbergs: Was soll ich tun? Ich will meinen geliebten Sohn senden; vor ihm werden sie wohl Achtung haben. 14 Als ihn aber die Winzer sahen, überlegten sie miteinander und sagten: Das ist der Erbe; wir wollen ihn töten, damit das Erbe uns gehört. 15 Sie warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen tun? 16 Er wird kommen und diese Winzer umbringen und den Weinberg anderen geben. Als sie das hörten, sagten sie: Das sei fern! 17 Er blickte sie an und sagte: Was bedeutet das Schriftwort:Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, / er ist zum Eckstein geworden? 18 Jeder, der auf diesen Stein fällt, wird zerschellen; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen.
Aber das Gleichnis, das Jesaja gibt, spricht gegen den Weinberg, während das Gleichnis unseres Erlösers sich nicht gegen den Weinberg richtet, sondern gegen dessen Bearbeiter; von denen es heißt: Und er verpachtete ihn an Winzer, das heißt an die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und alle Vornehmen.