
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 20
1 Als er eines Tages im Tempel das Volk lehrte und das Evangelium verkündete, kamen die Hohenpriester und Schriftgelehrten mit den Ältesten hinzu 2 und sagten zu ihm: Sage uns, mit welcher Vollmacht tust du dies oder wer es ist, der dir diese Vollmacht gegeben hat? 3 Da antwortete er ihnen: Auch ich will euch eine Frage vorlegen. Sagt mir: 4 War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? 5 Da überlegten sie miteinander: Sagen wir: vom Himmel, so wird er erwidern: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? 6 Sagen wir aber: von Menschen, so wird uns das ganze Volk steinigen; denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet war. 7 So antworteten sie, sie wüssten nicht, woher. 8 Da erwiderte ihnen Jesus: Dann sage auch ich euch nicht, mit welcher Vollmacht ich dies tue.
(de con. Ev. l. ii. c. 69.) Nachdem er die Austreibung derer geschildert hat, die im Tempel kauften und verkauften, lässt Lukas Christi Gang nach Bethanien und seine Rückkehr in die Stadt aus, sowie die Umstände des Feigenbaums und die Antwort, die den erstaunten Jüngern über die Kraft des Glaubens gegeben wurde. Und nachdem er all dies ausgelassen hat, da er nicht wie Markus die Ereignisse jedes Tages der Reihe nach verfolgt, beginnt er mit diesen Worten: Und es geschah an einem jener Tage; worunter wir jenen Tag verstehen können, an dem Matthäus und Markus berichten, dass jenes Ereignis stattgefunden habe.