
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 2
22 Als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose erfüllt waren, brachten sie ihn hinauf nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen 23 -- wie im Gesetz des Herrn geschrieben steht: Jedes Männliche, das den Mutterleib öffnet, soll dem Herrn heilig heißen -- 24 und um ein Opfer nach der Vorschrift im Gesetz des Herrn darzubringen: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. 25 Damals lebte in Jerusalem ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm.
Nicht nur Engel und Propheten, die Hirten und seine Eltern bezeugten die Geburt des Herrn, sondern auch die alten Männer und die Gerechten. Wie es heißt: Und siehe, es war ein Mann in Jerusalem mit Namen Simeon, und er war ein gerechter Mann und einer, der Gott fürchtete. Denn kaum wird die Gerechtigkeit ohne Furcht bewahrt, ich meine nicht jene Furcht, die den Verlust weltlicher Güter fürchtet (die vollkommene Liebe austreibt) (1 Joh 4,18), sondern jene heilige Furcht des Herrn, die ewig bleibt (Ps 19,9), durch die der gerechte Mann, je glühender seine Liebe zu Gott ist, umso mehr darauf bedacht ist, ihn nicht zu beleidigen.