Beda Venerabilis
Catena Aurea · Lukasevangelium 2
15 Als die Engel von ihnen in den Himmel gegangen waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen und sehen, was geschehen ist und was der Herr uns kundgetan hat. 16 Sie kamen eilends hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. 17 Als sie es sahen, berichteten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. 18 Und alle, die es hörten, wunderten sich über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde. 19 Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. 20 Die Hirten kehrten zurück, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.
(Hom. ubi sup.) Um im Geheimnis zu sprechen, laßt die Hirten der geistlichen Herden, (ja, alle Gläubigen,) nach dem Beispiel dieser Hirten im Gedanken sogar nach Bethlehem gehen und die Menschwerdung Christi mit gebührenden Ehren feiern. Laßt uns wahrlich gehen, indem wir alle fleischlichen Begierden ablegen, mit dem ganzen Verlangen des Geistes sogar zum himmlischen Bethlehem, (d. h. dem Haus des lebendigen Brotes,) damit wir verdienen, den, den sie in der Krippe schreiend sahen, auf dem Thron seines Vaters regieren zu sehen. Und solche Seligkeit ist nicht mit Trägheit und Müßiggang zu suchen, sondern mit Eifer müssen wir den Spuren Christi folgen. Als sie ihn sahen, erkannten sie ihn; und laßt uns eilen, in der Fülle unserer Liebe jene Dinge zu umarmen, die von unserem Erlöser gesprochen wurden, damit, wenn die Zeit kommt, da wir mit vollkommener Erkenntnis sehen werden, wir sie begreifen können.