
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 18
35 Als er in die Nähe von Jericho kam, saß ein Blinder am Weg und bettelte. 36 Als der die Menge vorüberziehen hörte, fragte er, was das zu bedeuten hätte. 37 Man sagte ihm, Jesus von Nazaret gehe vorüber. 38 Da rief er: Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner! 39 Die Vorausgehenden fuhren ihn an, er solle schweigen. Er aber schrie nur noch lauter: Sohn Davids, erbarme dich meiner! 40 Da blieb Jesus stehen und ließ ihn zu sich führen. Als er nahe herangekommen war, fragte er ihn: 41 Was willst du, dass ich dir tun soll? 42 Er sagte: Herr, dass ich wieder sehen kann. Da sagte Jesus zu ihm: Du sollst wieder sehen, dein Glaube hat dir Heilung gebracht. 43 Sogleich sah er wieder, pries Gott und folgte ihm. Und das ganze Volk, das zugesehen hatte, gab Gott die Ehre.
(de Quæst. Ev. l. ii. qu. 48.) Wenn wir Jericho als den Mond und daher als den Tod deuten, so gebot unser Herr, als Er Sich Seinem Tod näherte, dass das Licht des Evangeliums nur den Juden gepredigt werde, die durch jenen einen Blinden bezeichnet werden, von dem Lukas spricht; als Er aber von den Toten auferstand und in den Himmel auffuhr, sowohl den Juden als auch den Heiden; und diese beiden Völker scheinen durch die zwei Blinden bezeichnet zu werden, die Matthäus erwähnt.