Beda Venerabilis
Catena Aurea · Lukasevangelium 18
24 Als Jesus ihn so sah, sagte er: Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes! 25 Denn leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. 26 Da fragten die Zuhörer: Wer kann dann gerettet werden? 27 Er antwortete: Was für Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich. 28 Petrus aber sagte: Siehe, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt. 29 Er antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Niemand hat Haus, Frau, Brüder, Eltern oder Kinder um des Reiches Gottes willen verlassen, 30 der dafür nicht (schon) in dieser Zeit das Vielfache erhält und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.
Der Sinn ist also dieser: Wer bei der Suche nach dem Reich Gottes alle irdischen Zuneigungen verachtet hat, alle Reichtümer, Vergnügungen und Lächeln der Welt mit Füßen getreten hat, wird in der gegenwärtigen Zeit weit Größeres empfangen. Auf der Grundlage dieser Erklärung bauen einige der Juden die Fabel eines Millenniums nach der Auferstehung der Gerechten auf, wenn alles, was wir um Gottes willen aufgegeben haben, mit vielfältigem Zins zurückerstattet und ewiges Leben gewährt wird. Noch scheinen sie aus ihrer Unwissenheit nicht zu bemerken, dass, selbst wenn in anderen Dingen eine passende Verheißung der Wiederherstellung möglich wäre, es doch in der Sache der Ehefrauen, die nach einigen Evangelisten hundertfach sein könnten, offensichtlich anstößig wäre, besonders da unser Herr erklärt, dass es bei der Auferstehung keine Eheschließung geben wird. Und nach Markus erklärt Er, dass das, was aufgegeben wurde, zu dieser Zeit mit Verfolgungen empfangen wird, die nach Behauptung dieser Juden tausend Jahre lang abwesend sein werden.