Titus von Bostra
Catena Aurea · Lukasevangelium 18
18 Einer von den Führenden fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen? 19 Jesus antwortete ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott allein. 20 Die Gebote kennst du: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst kein falsches Zeugnis geben; ehre deinen Vater und deine Mutter. 21 Er antwortete: Das alles habe ich von Jugend an befolgt. 22 Als Jesus dies hörte, sagte er zu ihm: Eines fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du hast, und teile es aus an die Armen; so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! 23 Als jener das hörte, wurde er sehr traurig, denn er war sehr reich.
Du kannst aber bemerken, dass diese Gebote darin bestehen, bestimmte Dinge nicht zu tun; dass du, wenn du keinen Ehebruch begangen hast, keusch bist; wenn du nicht stiehlst, rechtschaffen gesinnt; wenn du kein falsches Zeugnis ablegst, die Wahrheit redest. Die Tugend wird uns also durch die Güte des Gesetzgebers leicht gemacht. Denn Er spricht vom Meiden des Bösen, nicht vom Üben des Guten. Und jedes Unterlassen einer Handlung ist leichter als jede tatsächliche Arbeit.