
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 18
18 Einer von den Führenden fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen? 19 Jesus antwortete ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott allein. 20 Die Gebote kennst du: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst kein falsches Zeugnis geben; ehre deinen Vater und deine Mutter. 21 Er antwortete: Das alles habe ich von Jugend an befolgt. 22 Als Jesus dies hörte, sagte er zu ihm: Eines fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du hast, und teile es aus an die Armen; so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! 23 Als jener das hörte, wurde er sehr traurig, denn er war sehr reich.
(Quæst. Ev. lib. ii. qu. 63.) Es mag scheinen, dass der Bericht bei Matthäus anders ist, wo gesagt wird: „Warum fragst du mich nach dem Guten?“ was besser auf die Frage passen könnte, die er stellte: Welches Gute soll ich tun? (Mt. 10.) An dieser Stelle nennt er Ihn sowohl gut als auch stellt die Frage nach dem Guten. Es ist also am besten zu verstehen, dass beides gesagt wurde: Warum nennst du mich gut? und: Warum fragst du mich nach dem Guten? obwohl letzteres eher im ersteren impliziert sein mag.