
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 17
22 Er sagte zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, da ihr euch danach sehnt, einen einzigen Tag des Menschensohnes zu sehen; aber ihr werdet ihn nicht sehen. 23 Man wird zu euch sagen: Seht, dort! Seht, hier! Geht nicht hin und lauft nicht hinterher. 24 Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum anderen leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen. 25 Zuvor aber muss er vieles erleiden und von diesem Geschlecht verworfen werden.
Als unser Herr sagte: Das Reich Gottes ist in euch, wollte er seine Jünger auf das Leiden vorbereiten, damit sie, gestärkt, in das Reich Gottes eingehen könnten; daher sagt er ihnen voraus, dass vor seinem Kommen vom Himmel am Ende der Welt Verfolgung über sie hereinbrechen wird. Daher folgt: Und er sprach zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, usw., was bedeutet, dass die Verfolgung so schrecklich sein wird, dass sie wünschen würden, einen seiner Tage zu sehen, das heißt jene Zeit, als sie noch mit Christus wandelten. Wahrlich, die Juden bedrängten Christus oft mit Schmähungen und Beleidigungen und suchten ihn zu steinigen, und oft hätten sie ihn vom Berg gestürzt; aber selbst diese scheinen im Vergleich zu größeren Übeln, die kommen sollen, als gering angesehen zu werden.