
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 17
7 Wer aber von euch, der einen Knecht beim Pflügen oder auf der Weide hat, wird zu ihm, wenn er vom Feld heimkommt, sagen: Komm gleich her und leg dich zu Tisch? 8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Richte mir etwas zu essen her, gürte dich und bediene mich, bis ich gegessen und getrunken habe. Nachher kannst auch du essen und trinken? 9 Dankt er etwa dem Knecht, weil er getan hat, was ihm aufgetragen war? 10 So sollt auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch aufgetragen wurde, sagen: Unnütze Knechte sind wir; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.
Unser Herr lehrt uns, dass es nicht mehr als das gerechte und eigentliche Recht eines Herrn ist, von Knechten Unterwerfung als ihre gebundene Pflicht zu verlangen, und fügt hinzu: Dankt er jenem Knecht, weil er das getan hat, was ihm befohlen war? Ich meine nicht. Hier also wird die Krankheit des Hochmuts ausgerottet. Warum rühmst du dich? Weißt du, dass, wenn du deine Schuld nicht bezahlst, Gefahr nahe ist, wenn du sie aber bezahlst, du nichts Dankenswertes tust? Wie der heilige Paulus sagt: Denn obwohl ich das Evangelium predige, habe ich nichts, dessen ich mich rühmen könnte, denn ein Zwang liegt auf mir, ja wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predige. (1 Kor 9,16.)