
Hieronymus
Catena Aurea · Lukasevangelium 15
25 Sein älterer Sohn aber war auf dem Feld. Als er kam und sich dem Haus näherte, hörte er Musik und Tanz. 26 Da rief er einen der Knechte herbei und fragte, was das sei. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiedererhalten hat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Doch sein Vater kam heraus und redete ihm zu. 29 Er aber gab dem Vater zur Antwort: So viele Jahre diene ich dir und habe nie dein Gebot übertreten; mir aber hast du nie (auch nur) einen Bock gegeben, damit ich mit meinen Freunden feiern konnte. 30 Jetzt aber, als dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Vermögen mit Dirnen verprasst hat, hast du ihm das Mastkalb geschlachtet. 31 Er aber sagte zu ihm: Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, ist dein. 32 Feiern aber und uns freuen müssen wir; denn dein Bruder war tot und lebt wieder, er war verloren und ist wiedergefunden worden.
(ubi sup.) Oder nachdem er gesagt hat: „Das ist Prahlerei, nicht Wahrheit“, stimmt der Vater ihm nicht zu, sondern hält ihn auf andere Weise zurück, indem er sagt: Du bist bei mir, durch das Gesetz, an das du gebunden bist; nicht als hätte er nicht gesündigt, sondern weil Gott ihn durch Züchtigung fortwährend zurückzog. Und es ist nicht verwunderlich, dass der lügt gegenüber seinem Vater, der seinen Bruder hasst.