
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 15
17 Da ging er in sich und sagte: Wie viele Taglöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um. 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; halte mich wie einen von deinen Taglöhnern. 20 Dann machte er sich auf und ging zu seinem Vater. Sein Vater sah ihn schon von weitem kommen, wurde von Mitleid bewegt, lief herbei, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Da sagte der Sohn zu ihm: Vater, ich habe gegen den Himmel und gegen dich gesündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. 22 Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Kleid heraus und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an die Hand und Schuhe an die Füße! 23 Holt das Mastkalb und schlachtet es! Wir wollen essen und fröhlich sein; 24 denn dieser mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein Freudenfest zu feiern.
Er läuft dir also entgegen, weil er dich hört, wie du im Inneren die Geheimnisse deines Herzens erwägst, und als du noch weit entfernt warst, läuft er, damit ihn niemand aufhalte. Er umarmt auch, (denn im Laufen ist Vorherwissen, in der Umarmung Barmherzigkeit,) und fällt wie durch einen gewissen Antrieb väterlicher Zuneigung auf deinen Hals, damit er den Niedergeworfenen aufrichte und den, der mit Sünden beladen und zur Erde gebeugt war, wieder zum Himmel zurückbringe. Ich wäre also lieber ein Sohn als ein Schaf. Denn das Schaf wird vom Hirten gefunden, der Sohn wird vom Vater geehrt.