
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 15
11 Ferner sagte er: Ein Mann hatte zwei Söhne. 12 Der jüngere von ihnen sagte zum Vater: Vater, gib mir den Anteil des Vermögens, der mir zukommt. Da teilte er den Besitz unter sie auf. 13 Wenige Tage darauf packte der jüngere Sohn alles zusammen, zog fort in ein fernes Land und vergeudete dort sein Vermögen durch ein verschwenderisches Leben. 14 Nachdem er alles durchgebracht hatte, kam eine schwere Hungersnot über das Land und er fing an, Mangel zu leiden. 15 Da ging er zu einem Bürger jenes Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn auf seine Felder zum Schweinehüten. 16 Gerne hätte er sich den Magen mit den Schoten gefüllt, die die Schweine fraßen, aber niemand gab sie ihm.
Aber da die Juden in der Heiligen Schrift häufig wegen ihrer vielen Verbrechen getadelt werden, wie stimmen mit diesem Volk die Worte des älteren Sohnes überein, der sagt: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe nie dein Gebot übertreten. (Jer. 2,5; Jes. 29,13.) Das ist also die Bedeutung des Gleichnisses. Die Pharisäer und Schriftgelehrten tadelten ihn, weil er Sünder aufnahm; er legte das Gleichnis vor, in dem er Gott den Mann nennt, der der Vater der beiden Söhne ist (das heißt der Gerechten und der Sünder), von denen der erste Grad der Gerechten ist, die von Anfang an der Gerechtigkeit folgen, der zweite derjenigen Menschen, die durch Buße zur Gerechtigkeit zurückgebracht werden.