
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 15
11 Ferner sagte er: Ein Mann hatte zwei Söhne. 12 Der jüngere von ihnen sagte zum Vater: Vater, gib mir den Anteil des Vermögens, der mir zukommt. Da teilte er den Besitz unter sie auf. 13 Wenige Tage darauf packte der jüngere Sohn alles zusammen, zog fort in ein fernes Land und vergeudete dort sein Vermögen durch ein verschwenderisches Leben. 14 Nachdem er alles durchgebracht hatte, kam eine schwere Hungersnot über das Land und er fing an, Mangel zu leiden. 15 Da ging er zu einem Bürger jenes Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn auf seine Felder zum Schweinehüten. 16 Gerne hätte er sich den Magen mit den Schoten gefüllt, die die Schweine fraßen, aber niemand gab sie ihm.
(in Ps. 70.) Wer so Gott ähnlich sein will, dass er ihm seine Stärke zuschreibt, (Ps. 59:9.) der soll nicht von ihm weichen, sondern vielmehr an ihm festhalten, damit er das Gleichnis und Bild bewahrt, in dem er geschaffen wurde. Wenn er aber verkehrt Gott nachahmen will, so dass, wie Gott niemanden hat, von dem er regiert wird, er so seine eigene Macht ausüben möchte, um unter keinen Regeln zu leben, was bleibt ihm dann, als dass er, nachdem er alle Wärme verloren hat, kalt und empfindungslos wird und, von der Wahrheit abweichend, verschwindet.