
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 15
11 Ferner sagte er: Ein Mann hatte zwei Söhne. 12 Der jüngere von ihnen sagte zum Vater: Vater, gib mir den Anteil des Vermögens, der mir zukommt. Da teilte er den Besitz unter sie auf. 13 Wenige Tage darauf packte der jüngere Sohn alles zusammen, zog fort in ein fernes Land und vergeudete dort sein Vermögen durch ein verschwenderisches Leben. 14 Nachdem er alles durchgebracht hatte, kam eine schwere Hungersnot über das Land und er fing an, Mangel zu leiden. 15 Da ging er zu einem Bürger jenes Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn auf seine Felder zum Schweinehüten. 16 Gerne hätte er sich den Magen mit den Schoten gefüllt, die die Schweine fraßen, aber niemand gab sie ihm.
Nun siehst du, dass das göttliche Erbe denen gegeben wird, die darum bitten; und denke nicht, es sei unrecht am Vater, dass er es dem jüngeren gab, denn kein Alter ist schwach im Reich Gottes; der Glaube wird nicht durch Jahre niedergedrückt. Er wenigstens hielt sich für ausreichend, der bat, und ich wünschte, er wäre nicht von seinem Vater weggegangen und hätte nicht das Hindernis des Alters gehabt. Denn es folgt: Und nicht viele Tage danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land.