Beda Venerabilis
Catena Aurea · Lukasevangelium 14
12 Und zu dem, der ihn eingeladen hatte, sagte er: Wenn du ein Mittag- oder Abendessen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder oder Verwandte oder reiche Nachbarn ein, damit sie nicht auch dich wieder einladen und es dir vergelten. 13 Nein, wenn du ein Gastmahl gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein, 14 und du wirst selig sein, weil sie nicht imstande sind, es dir zu vergelten; denn es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.
Brüder also und Freunde und Reiche sind nicht verboten, als wäre es ein Verbrechen, einander zu bewirten, sondern dies wird, wie all der andere notwendige Umgang unter den Menschen, als unfähig erwiesen, den Lohn des ewigen Lebens zu verdienen; wie es folgt: Damit sie dich nicht etwa wieder einladen und dir vergolten werde. Er sagt nicht: „und gegen dich gesündigt werde.“ Und Ähnliches sagt Er an anderer Stelle: Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für Dank habt ihr? (Lk 6,33.) Es gibt jedoch gewisse wechselseitige Gastmähler von Brüdern und Nachbarn, die nicht nur eine Vergeltung in diesem Leben nach sich ziehen, sondern auch Verdammnis im Jenseits. Und diese werden gefeiert durch die allgemeine Versammlung aller oder die abwechselnde Gastfreundschaft eines jeden aus der Gesellschaft; und sie kommen zusammen, um schändliche Taten zu begehen und durch übermäßigen Wein zu aller Art lüsterner Lust gereizt zu werden.