
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 14
1 Als Jesus am Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam -- sie beobachteten ihn genau --, 2 da stand ein wassersüchtiger Mann vor ihm. 3 Jesus wandte sich an die Gesetzeslehrer und Pharisäer: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht? 4 Doch sie schwiegen. Da fasste er ihn an, heilte ihn und ließ ihn gehen. 5 Zu ihnen aber sagte er: Wer von euch, dem sein Sohn oder sein Ochse in den Brunnen fällt, wird ihn nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat? 6 Darauf konnten sie ihm nichts erwidern.
Indem er also die Nachstellungen der Juden unbeachtet lässt, heilt er den Wassersüchtigen, der aus Furcht vor den Pharisäern nicht um Heilung bat wegen des Sabbats, sondern nur dastand, damit Jesus, wenn er ihn erblickte, Mitleid mit ihm hätte und ihn heilte. Und der Herr, der dies wusste, fragte nicht, ob er geheilt werden wolle, sondern heilte ihn sogleich. Daher folgt: Und er nahm ihn, heilte ihn und ließ ihn gehen. Dabei dachte unser Herr nicht daran, die Pharisäer nicht zu beleidigen, sondern nur, dass er dem nützte, der Heilung bedurfte. Denn es ziemt sich für uns, wenn ein großes Gut daraus folgt, nicht zu sorgen, ob die Toren Anstoß nehmen.