Beda Venerabilis
Catena Aurea · Lukasevangelium 13
22 Jesus wanderte lehrend durch Städte und Dörfer und nahm den Weg nach Jerusalem. 23 Da fragte ihn jemand: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er aber sagte zu ihnen: Bemüht euch darum, durch die enge Pforte zu gelangen! 24 Denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. 25 Wenn der Herr des Hauses sich erhoben und die Tür geschlossen hat und ihr draußen steht und klopft an die Tür und ruft: Herr, mach uns auf!, so wird er euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid. 26 Dann werdet ihr sagen: Wir haben mit euch gegessen und getrunken und du hast auf unseren Straßen gelehrt. 27 Er aber wird euch antworten: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir alle, ihr Übeltäter! 28 Da wird Heulen und Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sehen werdet, ihr selbst aber ausgestoßen seid. 29 Und man wird von Osten und Westen, von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch liegen. 30 Manche von den Letzten werden dann die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten.
Oder mystisch: Der isst und trinkt in der Gegenwart des Herrn, der eifrig die Speise des Wortes aufnimmt. Daher wird zur Erklärung hinzugefügt: Du hast auf unseren Straßen gelehrt. Denn die Schrift ist an ihren dunkleren Stellen Speise, da sie durch Auslegung gleichsam gebrochen und verschlungen wird. An den klareren Stellen ist sie Trank, wo sie so aufgenommen wird, wie sie gefunden wird. Aber bei einem Fest erfreut das Gastmahl den nicht, den die Frömmigkeit des Glaubens nicht empfiehlt. Die Kenntnis der Schriften macht den Gott nicht bekannt, den die Ungerechtigkeit seiner Werke als unwürdig erweist; wie folgt: Und er wird zu euch sagen: Ich kenne euch nicht, woher ihr seid; weicht von mir.