
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 13
18 Er sprach nun: Wem ist das Reich Gottes gleich und womit soll ich es vergleichen? 19 Es ist gleich einem Senfkorn, das einer nahm und in seinen Garten säte. Es wuchs und wurde zu einem Baum und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen. 20 Außerdem sagte er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? 21 Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl mengte, bis das Ganze durchsäuert war.
An einer anderen Stelle wird ein Senfkorn eingeführt, wo es mit dem Glauben verglichen wird. Wenn also das Senfkorn das Reich Gottes ist und der Glaube wie das Senfkorn ist, dann ist der Glaube wahrhaft das Himmelreich, das in uns ist. (Lk 17,21.) Ein Senfkorn ist zwar eine geringe und unbedeutende Sache, aber sobald es zerstoßen wird, strömt es seine Kraft aus. Und der Glaube erscheint zunächst einfach, aber wenn er vom Unglück getroffen wird, strömt er die Gnade seiner Tugend aus. Die Märtyrer sind Senfkörner. Sie haben den süßen Duft des Glaubens an sich, aber er ist verborgen. Die Verfolgung kommt; sie werden vom Schwert getroffen; und bis an die äußersten Grenzen der ganzen Welt haben sie die Samen ihres Martyriums verstreut. Der Herr selbst ist auch ein Senfkorn; Er wollte zerstoßen werden, damit wir sehen, dass wir ein süßer Wohlgeruch Christi sind. (2 Kor 2,15.) Er wünscht, als Senfkorn gesät zu werden, das, wenn ein Mensch es nimmt, in seinen Garten legt. Denn Christus wurde genommen und in einem Garten begraben, wo Er auch auferstand und ein Baum wurde, wie es folgt: Und es wuchs zu einem großen Baum. Denn unser Herr ist ein Korn, wenn Er in die Erde begraben wird, ein Baum, wenn Er in den Himmel erhoben wird. Er ist auch ein Baum, der die Welt überschattet, wie es folgt: Und die Vögel des Himmels ruhten in seinen Zweigen; das heißt, die himmlischen Mächte und alle, die (um ihrer geistlichen Werke willen) würdig erachtet wurden, auszufliegen. Petrus ist ein Zweig, Paulus ist ein Zweig, in deren Arme wir, die wir einst fern waren, nun durch gewisse verborgene Wege der Erörterung fliegen, nachdem wir die Flügel der Tugenden aufgenommen haben. Säe also Christus in deinen Garten; ein Garten ist wahrlich ein Ort voller Blumen, worin die Gnade deines Werkes blühen und der mannigfaltige Duft deiner verschiedenen Tugenden ausgehaucht werden möge. Wo immer die Frucht des Samens ist, dort ist Christus.