
Gregor der Große
Catena Aurea · Lukasevangelium 13
6 Und er erzählte dieses Gleichnis: Jemand hatte einen Feigenbaum in seinen Weinberg gepflanzt. Er kam und suchte Frucht an ihm und fand keine. 7 Da sagte er zu dem Weingärtner: Schon drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. Hau ihn um! Wozu saugt er noch den Boden aus? 8 Doch der antwortete ihm: Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn herum aufgegraben und Dung gestreut habe. 9 Vielleicht wird er in Zukunft Frucht bringen; wenn aber nicht, dann magst du ihn umhauen.
(ubi. sup.) Aber mit großer Furcht und Zittern sollten wir das Wort hören, das folgt: Haue ihn ab, warum nimmt er den Boden weg. Denn jeder nach seinem Maß, in welchem Stand des Lebens er auch ist, wenn er nicht die Früchte guter Werke hervorbringt, nimmt wie ein unfruchtbarer Baum den Boden weg; denn wo er selbst steht, dort verweigert er einem anderen die Gelegenheit zu wirken.