
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 13
6 Und er erzählte dieses Gleichnis: Jemand hatte einen Feigenbaum in seinen Weinberg gepflanzt. Er kam und suchte Frucht an ihm und fand keine. 7 Da sagte er zu dem Weingärtner: Schon drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. Hau ihn um! Wozu saugt er noch den Boden aus? 8 Doch der antwortete ihm: Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn herum aufgegraben und Dung gestreut habe. 9 Vielleicht wird er in Zukunft Frucht bringen; wenn aber nicht, dann magst du ihn umhauen.
(ubi sup.) Oder, in einem anderen Sinn, ist der Feigenbaum das Menschengeschlecht. Denn der erste Mensch verdeckte, nachdem er gesündigt hatte, mit Feigenblättern seine Blöße, das heißt die Glieder, von denen wir unsere Geburt ableiten.