
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 11
45 Ein Gesetzeslehrer entgegnete ihm: Meister, mit diesem Reden beleidigst du auch uns. 46 Er aber sagte: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Unerträgliche Lasten bürdet ihr den Menschen auf und ihr selbst rührt die Lasten mit keinem Finger an. 47 Weh euch! Ihr baut den Propheten Grabmäler, euere Väter aber haben sie getötet! 48 Also bezeugt ihr die Taten euerer Väter und stimmt ihnen zu; denn jene haben sie getötet, ihr aber baut (die Grabmäler). 49 Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden und sie werden etliche von ihnen töten und verfolgen, 50 damit das Blut aller Propheten, das seit Erschaffung der Welt vergossen wurde, von diesem Geschlecht gefordert wird, 51 vom Blut Abels an bis zum Blut des Zacharias, der zwischen Altar und Tempel umgebracht wurde. Ja, ich sage euch, es wird von diesem Geschlecht gefordert werden. 52 Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel zur Erkenntnis weggenommen; ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr abgehalten. 53 Als er von dort weggegangen war, begannen die Pharisäer und Gesetzeslehrer, ihm heftig zuzusetzen und ihn über vielerlei auszufragen, 54 und lauerten darauf, etwas aus seinem Mund aufzufangen.
Christus aber erhebt eine schwere Anklage gegen die Gesetzeslehrer und bezwingt ihren törichten Stolz, wie es folgt: Und er sprach: Wehe auch euch, ihr Gesetzeslehrer, denn ihr ladet den Menschen usw. Er führt ein offensichtliches Beispiel zu ihrer Belehrung an. Das Gesetz war für die Juden eine Last, wie die Jünger Christi bekennen, aber diese Gesetzeslehrer schnürten gesetzliche Lasten zusammen, die nicht getragen werden konnten, und legten sie denen auf, die unter ihnen waren, während sie selbst darauf bedacht waren, keinerlei Mühe zu haben.