
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 11
37 Während er redete, lud ihn ein Pharisäer zum Essen ein. Er ging hin und legte sich zu Tisch. 38 Als der Pharisäer sah, dass er sich vor der Mahlzeit nicht (die Hände) wusch, wunderte er sich. 39 Da sagte der Herr zu ihm: Ja, ihr Pharisäer, das Äußere von Becher und Schüssel reinigt ihr; euer Inneres aber ist voll Raub und Bosheit. 40 Ihr Toren! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? 41 Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, als Almosen, dann ist alles für euch rein. 42 Doch weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze und Raute und jedem Gemüse, aber über das Recht und die Liebe zu Gott geht ihr hinweg. Das Eine aber sollte man tun und das Andere nicht unterlassen. 43 Weh euch Pharisäern! Ihr liebt die ersten Sitze in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Marktplätzen. 44 Weh euch! Ihr seid wie unkenntliche Grabstätten, über die die Leute hinweggehen, ohne es zu wissen.
(de Con. Evan. lib. ii. c. 40.) Denn um dies zu berichten, hat Lukas eine Abweichung von Matthäus vorgenommen an der Stelle, wo beide erwähnt hatten, was unser Herr über das Zeichen des Jona, die Königin des Südens und den unreinen Geist gesagt hatte; nach dieser Rede sagt Matthäus: Während er noch zum Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und wollten mit ihm sprechen; Lukas aber, der auch in jener Rede unseres Herrn einige Aussprüche unseres Herrn erzählt hat, die Matthäus ausgelassen hat, weicht nun von der Ordnung ab, die er bis dahin mit Matthäus eingehalten hatte.