
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 11
24 Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, schweift er durch wasserlose Gegenden und sucht einen Ruheplatz. Und wenn er keinen findet, sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. 25 Und kommt er und findet es ausgefegt und geschmückt, 26 dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit, die noch schlimmer sind als er, und sie ziehen ein und wohnen darin. Und so wird das Ende jenes Menschen schlimmer sein als sein Anfang.
Denn Israel, mit einer bloß äußeren und oberflächlichen Schönheit geschmückt, bleibt innerlich umso mehr in seinem Herzen befleckt. Denn sie hat niemals ihre Feuer im Wasser der heiligen Quelle gelöscht oder gemildert, und mit Recht kehrte der unreine Geist zu ihr zurück und brachte sieben andere Geister mit, die böser waren als er selbst. Daher folgt: Und er geht hin und nimmt sieben andere Geister mit, die böser sind als er selbst, und sie ziehen ein und wohnen dort. Denn in Wahrheit hat sie die sieben Wochen des Gesetzes (d. h. von Ostern bis Pfingsten) und das Geheimnis des achten Tages frevelhaft entweiht. Wie also über uns die siebenfachen Gaben des Geistes vermehrt werden, so fällt über sie der gesamte gesammelte Angriff der unreinen Geister. Denn die Zahl sieben wird häufig für das Ganze genommen.