
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 11
1 Eines Tages betete er an einem Ort. Als er geendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger gelehrt hat. 2 Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:Vater, / dein Name werde geheiligt. / Dein Reich komme. 3 Gib uns täglich unser notwendiges Brot. 4 Und vergib uns unsere Sünden; / denn auch wir vergeben jedem, der uns schuldet.Und führe uns nicht in Versuchung.
Da Er nun jedes Gut im Überfluss besitzt, warum betet Er, da Er voll ist und nichts bedarf? Darauf antworten wir, dass es Ihm gemäß der Weise Seiner Heilsordnung im Fleisch ziemt, menschliche Bräuche zur gelegenen Zeit zu befolgen. Denn wenn Er isst und trinkt, war Er zu Recht gewohnt zu beten, damit Er uns lehre, in dieser Pflicht nicht lau zu sein, sondern in unseren Gebeten eifriger und ernsthafter zu sein.