
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 10
25 Ein Gesetzeslehrer trat auf, um ihn auf die Probe zu stellen, und sagte: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen? 26 Er aber sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du dort? 27 Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken und deinen Nächsten wie dich selbst. 28 Da sagte er zu ihm: Du hast richtig geantwortet: Handle danach und du wirst leben.
Denn es gab tatsächlich gewisse Männer, die damals das ganze Land der Juden durchzogen, Anklagen gegen Christus erhoben und sagten, Er spreche von den Geboten des Mose als von etwas Nutzlosem und führe selbst gewisse fremde Lehren ein. Ein Schriftgelehrter also, der Christus dazu verleiten wollte, etwas gegen Mose zu sagen, kommt und versucht Ihn, indem er Ihn Meister nennt, obwohl er es nicht erträgt, Sein Jünger zu sein. Und weil unser Herr zu denen, die zu Ihm kamen, über das ewige Leben zu sprechen pflegte, gebraucht der Schriftgelehrte diese Ausdrucksweise. Und da er Ihn hinterlistig versuchte, erhält er keine andere Antwort als das von Mose gegebene Gebot; denn es folgt: Er sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du?