Origenes
Catena Aurea · Lukasevangelium 10
21 In derselben Stunde rief er voll Freude, vom Heiligen Geist erfüllt: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Klugen verborgen, Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. 22 Alles ist mir von meinem Vater übergeben. Niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und niemand, wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
(non occ.) Er will offenbaren als das Wort, nicht ohne den Gebrauch der Vernunft; und als die Gerechtigkeit, die sowohl die Zeiten der Offenbarung als auch die Maße der Offenbarung recht kennt; aber Er offenbart, indem Er den entgegenstehenden Schleier vom Herzen entfernt (2 Kor 3,15) und die Finsternis, die Er zu Seinem Versteck gemacht hat. (Ps 18,11.) Da aber hierüber diejenigen, die anderer Meinung sind, ihre gottlose Lehre aufzubauen meinen, dass in Wahrheit der Vater Jesu zu den alten Heiligen hinabgesandt wurde, müssen wir ihnen sagen, dass die Worte: Wem der Sohn ihn offenbaren will, sich nicht nur auf die zukünftige Zeit nach unserem Erlöser beziehen, sondern auch auf die vergangene Zeit. Wenn sie aber dieses Wort ‚offenbaren‘ nicht für die Vergangenheit gelten lassen wollen, muss ihnen gesagt werden, dass es nicht dasselbe ist, zu wissen und zu glauben. Dem einen wird durch den Geist das Wort der Erkenntnis gegeben; dem anderen der Glaube durch denselben Geist. (1 Kor 12,8.9.) Es gab also damals solche, die glaubten, aber nicht wussten.