Eusebius von Caesarea
Catena Aurea · Lukasevangelium 10
5 Wenn ihr in ein Haus eintretet, so sprecht zuerst: Friede diesem Haus! 6 Ist dort ein Sohn des Friedens, so wird euer Friede auf ihm ruhen. Wenn aber nicht, wird er zu euch zurückkehren. 7 Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was euch vorgesetzt wird; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht von Haus zu Haus! 8 Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was euch angeboten wird. 9 Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes hat sich euch genaht! 10 Wenn ihr aber in eine Stadt kommt und man euch nicht aufnimmt, so geht hinaus auf ihre Straßen und ruft: 11 Selbst den Staub, der von euerer Stadt an unseren Füßen haftet, lassen wir euch zurück; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe! 12 Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag erträglicher gehen als dieser Stadt.
Denn in der Stadt Sodom waren die Engel nicht ohne Bewirtung, sondern Lot wurde für würdig befunden, sie in sein Haus aufzunehmen. (Gen. 19.) Wenn also bei der Ankunft der Jünger in einer Stadt sich nicht einer findet, der sie aufnimmt, wird jene Stadt nicht schlimmer sein als Sodom? Diese Worte überzeugten sie, kühn die Regel der Armut zu wagen. Denn es konnte keine Stadt oder kein Dorf ohne einige Einwohner geben, die Gott wohlgefällig waren. Denn Sodom konnte nicht existieren, ohne dass ein Lot darin gefunden wurde, bei dessen Weggang das Ganze plötzlich zerstört wurde.