
Gregor der Große
Catena Aurea · Lukasevangelium 10
5 Wenn ihr in ein Haus eintretet, so sprecht zuerst: Friede diesem Haus! 6 Ist dort ein Sohn des Friedens, so wird euer Friede auf ihm ruhen. Wenn aber nicht, wird er zu euch zurückkehren. 7 Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was euch vorgesetzt wird; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht von Haus zu Haus! 8 Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was euch angeboten wird. 9 Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes hat sich euch genaht! 10 Wenn ihr aber in eine Stadt kommt und man euch nicht aufnimmt, so geht hinaus auf ihre Straßen und ruft: 11 Selbst den Staub, der von euerer Stadt an unseren Füßen haftet, lassen wir euch zurück; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe! 12 Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag erträglicher gehen als dieser Stadt.
(Hom. 17. in Ev.) Denn der Friede, der durch den Mund des Predigers angeboten wird, wird entweder auf dem Haus ruhen, wenn jemand darin zum Leben vorherbestimmt ist, der dem himmlischen Wort folgt, das er hört; oder wenn niemand bereit ist zu hören, wird der Prediger selbst nicht ohne Frucht sein, denn der Friede kehrt zu ihm zurück, während der Herr ihm den Lohn für die Mühe seiner Arbeit gibt. Wenn aber unser Friede angenommen wird, ist es angemessen, dass wir irdische Versorgung von denen erhalten, denen wir die Belohnungen eines himmlischen Vaterlandes anbieten. Daher folgt: Und in demselben Haus bleibt, esst und trinkt, was sie geben. Beachte, dass Er, der ihnen verbot, Beutel und Tasche zu tragen, ihnen erlaubt, anderen zur Last zu fallen und Unterhalt von der Predigt zu empfangen.